M 5 Die Leitgedanken Hitlers

Hitler hatte schon 1924 in seinem grundlegenden Buch "Mein Kampf" unter dem Abschnitt "Fünf Jahre Elend" über sich aus seiner Wiener Zeit geschrieben:
Textauszug 1:

 
Aus: Hitler, Adolf: Mein Kampf. Zentralverlag der NSDAP. München 1938. S. 21

Aufgabe

1. Bedenke, Hitler war damals ein etwa 18jähriger junger Mann! Wie beurteilst du seine Einstellung zu seiner persönlichen geistigen Entwicklung?

Die weiteren Zitate aus "Mein Kampf" beschreiben diese Schwerpunkte.

Textauszug 2
Unter dem Kapitel "Volk und Rasse" und "Der Arier als Kulturbegründer" ist zu lesen:
- "Der Stärkere hat zu herrschen und sich nicht mit dem Schwächeren zu verschmelzen, um so die eigene Größe zu opfern. Nur der geborene Schwächling kann dies als grausam empfinden." -
..."Die geschichtliche Erfahrung ... zeigt in erschreckender Deutlichkeit, daß bei jeder Blutsvermengung des Ariers mit niedrigeren Völkern als Ergebnis das Ende des Kulturträgers herauskam." -
"So war für die Bildung höherer Kulturen das Vorhandensein niederer Menschen eine der wesentlichsten Voraussetzungen ..." -  (Aus: Hitler.1938. S. 312, 313, 323)
Textauszug 3
"Den gewaltigsten Gegensatz zum Arier bildet der Jude." - "Der Jude ist nur einig, wenn eine gemeinsame Gefahr ihn dazu zwingt oder eine gemeinsame Beute lockt; fallen beide Gründeweg, so treten die Eigenschaften eines krassesten Egoismus in ihre Rechte, und aus dem einigen Volk wird im Handumdrehen eine sich blutig bekämpfende Rotte von Ratten. Wären die Juden auf dieser Welt allein, so würden sie ebensosehr in Schmutz und Unrat ersticken ..." - "Er (der Jude) ist und bleibt ein Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich ausbreitet ..." - "Sein Endziel ... ist der Sieg der Demokratie ..." (Aus: Hitler.1938. S. 329, 331, 334, 347)
Textauszug 4
Unter dem Kapitel "Ostorientierung oder Ostpolitik", heißt es:
"Das Deutsche Reich soll als Staat alle Deutschen umschließen .... Deutschland wird entweder Weltmacht sein oder überhaupt nicht sein. ... Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewußt einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir ... weisen den Blick nach dem Land im Osten. .. Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund- und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken."  (Aus: Hitler.1938. S. 739)
Textauszug 5
... "Die junge Bewegung (die NSDAP) ist ihrem Wesen und ihrer inneren Organisation nach antiparlamentarisch ... (sie) vertritt .. den Grundsatz der unbedingten Führerautorität  ... Der erste Vorsitzende einer Ortsgruppe wird durch den nächsthöheren Führer eingesetzt, er ist der verantwortliche Leiter der Ortsgruppe. Sämtliche Ausschüsse unterstehen ihm... Der gleiche Grundsatz gilt für die nächsthöhere Organisation, den Bezirk, den Kreis oder den Gau. Immer wird der Führer von oben eingesetzt und gleichzeitig mit unbeschränkter Vollmacht und Autorität bekleidet .. (Aus: Hitler.1938. S. 378)
Aufgaben
Die Texte (2-5) enthalten jeweils einen entscheidenden Überzeugungsschwerpunkt Hitlers. Je nach Klassengröße können 8 Gruppen (je 3 - 4 Schülerinnen und Schüler) gebildet werden. Damit bietet sich eine konkurrierende und arbeitsteilige Gruppenarbeit an.
2. Schreibe diese Schwerpunkte mit eigenen Worten auf und überlege, welche weiteren  Folgen sich aus einer solchen Ansicht ergeben könnten!

Erläuterungen
Impuls evtl. noch einmal durch Folie von M 1. - Wie ist es wohl erklärbar, daß 1932 der Grafiker A.P. Weber die Zukunft Deutschlands so treffend vorausahnen konnte? -

Hitlers früher Lebenslauf
Adolf Hitler wurde am 20. 4. 1889 in Braunau am Inn (Österreich) als Sohn eines Zollbeamten geboren. Vater und Mutter starben früh. Er zog 1907 nach Wien, um Maler zu werden, wurde aber wegen Nichteignung von der Kunstakademie abgelehnt. Er studierte für sich Architektur und schlug sich als Gelegenheitsarbeiter und Zeichner durch. Dabei wuchs sein Judenhaß.1913 übersiedelte er nach München und meldete sich 1914 freiwillig zum Einsatz in der deutschen Armee. Ab 1919 baute er die NSDAP auf, die zu den kleinen antisemitischen und deutsch-völkischen Gruppen gehörte. Während seiner Festungshaft nach dem gescheiterten Putsch in München 1923 schrieb er 1924 "Mein Kampf", in dem er die wesentlichsten Punkte seiner Weltanschauung und politischen Ziele verkündete.
Mögliche Lösungen
1. Wenn wir heute von lebenslangem Lernen sprechen und auch davon, daß entscheidende  Einsichten im Laufe des späteren Lebens erst möglich sind, überrascht es, daß Hitlers ideologische Grundlagen von ihm unverrückbar festgeschrieben wurden.

2. Hitler meint, daß die Stärkeren herrschen sollten. Die wertvollste, stärkste Rasse aber wäre die germanische, die sich die anderen schwächeren Völker untertan machen soll. Wichtig sei, daß sich diese stärkere Rasse, die Deutschen, nicht mit anderen,"niederen" vermischen sollten. Kinder aus "Mischehen" würden minderwertig.

3. Die niederste Rasse wären die Juden. Er vergleicht sie mit Ratten. Sie würden wie Parasiten von den anderen leben. Mit ihrer Verächtlichmachung bekämpft er gleichzeitig die Demokratie. Diese "Rassenlehre" mit dem gleichzeitigen "Antisemitismus" ist  wesentlicher Schwerpunkt seiner Lehre. Für ihn ist es kein Unrecht, "niedere" Völker zu  bekämpfen.

4. Damit sollen Österreich und andere Gebiete, die deutsch besiedelt sind, einverleibt werden (z.B. das Egerland). Die weitere Ausdehnung nach dem "Lebensraum" im Osten galt als nächstes außenpolitisches Ziel und konnte kaum ohne Krieg erreicht werden. In diesem würde sich das Recht des Stärkeren beweisen. Rußland mit dem Kommunismus des (deutschen) Juden Karl Marx galt als Hauptfeind Hitlers. Ein Krieg ist mit diesem Weltmachtstreben unausweichlich.

5. Hitler spricht sich offen gegen die Demokratie aus. Das "Führerprinzip" ist die Umkehrung der Demokratie, in der von unten nach oben gewählt wird, in der die Macht vom Volke ausgeht. Im Führerstaat geht die Macht von oben nach unten. Ausschüsse beraten, arbeiten wohl, aber bestimmen nicht. (s. M 7) Damit wird Hitler Feind aller Demokraten. Der Kampf gegen sie ist angesagt.